Turnfahrt in die «Rinaulta»

Die Turnfahrt der zwölf Männerrieger – geleitet von Peter Hartmann – fand bei idealem Wanderwetter im Gebiet der «Rinaulta» (Rheinschlucht) statt. Diese Strecke war mir und einigen damaligen Aktivturnern noch gut bekannt. Allerdings fuhren wir vor 40 Jahren mit Gummibooten in abenteuerlicher Fahrt den Hinterrhein hinunter.
Diesmal gings am ersten Tag hinauf, per pedes neben dem Rhein von Reichenau nach Trin. Nach gut 8 km mit einigem Auf und Ab legten wir Z’Mittagsrast ein. In der «RealisierBar» in Trin Staziun bewirtete uns Jan. Seiner Lebensgeschichte entnahmen wir, dass er mit seinen 27 Jahren (verheiratet, ein Kind) die Lebenserfahrung eines 50-Jährigen hat. Was der nicht alles schon gemacht hat! Früher war er auch mal im Turnverein. Sogleich bewies er uns das mit einem Sprung aus dem Stand aufs 1.50 m hohe Restaurant-Podest mit anschliessender Hechtrolle durch die Absperrungs-Stricke. Bravo.
Danach servierte Jan seine feine Hauswurst mit Gnocchi. Und als Krönung Maroni-Kuchen und Bire-Wähe garniert mit Vanillecrème mit Früchten zum Dessert. Alles selbstgemacht aus hauseigener Produktion. Mit vollen Bäuchen fuhren wir dann mit der roten RhB die Strecke bis nach Ilanz, wo wir im Hotel «Rätia» unsere Zimmer bezogen und anschliessend eine gemütliche Stadtbesichtigung machten. Frei nach dem Motto, das auf einem antiken Schild an der Stadtmauer stand: «Im kurzen Trab in Gassen oder im Schritt. Sonst Busse Fr. 2.- bis 5.-, das Polizeiamt». Diesen Spruch befolgten wir am heissen Nachmittag sehr gerne. Am Abend beschloss ein kulinarisches Highlight mit Hirsch-Hackbraten mit feinem Rotwein aus der Bündner Herrschaft den ersten Tag.
Am anderen Morgen – nicht allzu früh – machten wir uns nach dem Essen auf die Socken. Peter führte uns vom Ort Ilanz zum einmaligen Wanderweglein auf der rechten Seite des Rheins. Der Boden war zwar meist trocken, aber mit knorrigen Wurzeln und groben Steinen durchsetzt. Von Zeit zu Zeit war ein kurzes Innehalten ratsam, um die Gegend zu geniessen. Wir begegneten manch einem Wandernden, der uns mit einem freundlichen «Bun Di» begrüsste. Und auf dem Fluss schifften Gummiboote mit lautem Geschrei an uns vorbei.
Nach zwei Stunden Nettomarschzeit erreichten wir das für diese Strecke typische Bahnhöflein Valendas-Sagogn. Doch hielt es uns hier nicht lange. Peter telefonierte auf vielseitigen Wunsch unserem Jan in Trin Staziun. Nach einer kurzen Zug-Fahrt kamen wir wiederum in unserer «RealisierBar» an. Jan hatte sehr Freude an unserem erneuten Besuch. Dieser dauerte zwar nur eine Stunde bis zu unserer definitiven Heimfahrt. Doch haben wir alles nochmals sehr geniessen dürfen.
Die Rückfahrt via Chur – Zürich verbrachten wir nicht mit Jassen, sondern? Ja, mit einem wohlverdienten Schläflein. Am Abend wussten wir daheim viel zu erzählen von all unseren kleinen Abenteuern in der «Rinaulta». Dir Peter ein grosses «grazcha fich» für deine Anstrengungen, die uns in allen Teilen eine hervorragende Turnfahrt beschert haben.