Alle zwei Jahre gehen die Mädchen und Jungen vom Turnverein Oberi gemeinsam auf die Jugireise. Dieses Jahr reisten wir wieder ins schöne Toggenburg. Am Bahnhof Oberi ging es los, über Winterthur, Wil, Wattwil, den Churfirsten entgegen. Bei der Postautostation Krummenau stiegen wir aus, derweil die andere Wandergruppe im Postauto sitzen blieb, um später den Klangweg zu erkunden.

Wolzenalp mit Zusatzschlaufe
Die Gruppe der grossen Wanderung durfte zuerst ganz gemütlich mit der Sesselbahn zur Wolzenalp hochfahren. Einige wären lieber doch zu Fuss gegangen, da der Sessellift wirklich seeehr laaaangsam im Schneckentempo den Berg hoch ruckelte. Oben angekommen ging es zu Fuss in schnellerem Tempo weiter. Kurz darauf wurden die Rucksäcke deponiert. Nun hiess es, Schuhe und Socken ausziehen. Warum bloss? Das Rätsel lüftete sich, als der Boden immer weicher und feuchter wurde. Der Pfad führte (fast) alle barfuss durch das Hochmoor. Mit der Zeit hatten sich die Füsse an die Kälte gewöhnt und es machte Spass, durch den Schlamm zu waten. Am Ende des Moorwegs sorgte eine Fussdusche dafür, dass man nicht mit schmutzigen Füssen in Socken und Wanderschuhe schlüpfen musste. Dann war erst mal Mittagspause angesagt, stärkende Nahrungsmittel wanderten aus dem Rucksack in den Magen. Und weiter ging`s! Immer den Wegweisern nach in Richtung Nesslau.
Für Aufregung sorgte ein Appenzeller Sennenhund, der lieber der Wandergruppe bis zum Bahnhof Nesslau folgte, als auf seinem Hof zu bleiben. Ein bisschen wehmütig waren einige, als das Postauto schliesslich ohne Hund Richtung Unterwasser losfuhr. Von der Station Post ging es wieder zu Fuss weiter, um die spektakulären Thurfälle zu besichtigen. Mit gewaltiger Wucht donnert das Wasser über die Felsen hinunter. So wird einem bewusst, welche Kraft die Wassermasse hat und wie laut ein Wasserfall tosen kann. Nachdem alle genug gestaunt hatten, ging es dem Thurweg entlang zurück und weiter bis zur Station der Sesselbahn Sellamatt. Mit der Sesselbahn oder in der Gondel schwebte die Wandergruppe nach oben. Interesse wecken die Toggenburger Ausdrücke an den Masten wie "Schloorzi" oder "de Wiil ha". Der Mitarbeiter der Sesselbahn versprach, die rätselhaften Begriffe am Folgetag aufzuklären. Fleissig rätselnd merkten einige gar nicht, dass die Hütte schon in Sicht war. Die Gruppe des Klangwegs war bereits da und man freute sich über das Wiedersehen.

Obwohl die Leiterinnen mit Unterstützung durch Kinder in der Küche vollgas gaben, verhungerten einige beim Warten auf den Salat und die Spaghettis beinahe! Nach den Brownies zum Dessert zeigte sich bald, dass die Wanderungen doch Energie verbraucht hatten und es wurde in neuer Rekordzeit still in der Hütte.

Drachen, Ritter und eine Höhle
So schnell wie es am Vorabend ins Bett ging startete auch der zweite Tag. Nach dem "Zmorge" war die Hütte rassig gereinigt und alle startklar für die nächste Wanderung.
Während sich die "Kleinen" talabwärts bewegten, machten wir uns auf zum Sagenweg. Dort lernten wir, wie es kommt, dass alle Häuser in der Region so breit verstreut sind (als der Riese mit einem Sack voller Häuser seine Stadt gründen wollte, blieb dieser Sack an einer Bergspitze hängen und alle Häuslein purzelten aus dem Sack und verteilten sich) oder wie die sieben Churfirsten entstanden (das sind der Sage nach die Schwanzzacken eines Drachen, der versteinerte, nachdem ihm der Kopf abgeschlagen wurde und im Walensee versank). Bis zum Mittag und um einige regionale Legenden weiser erreichten wir kurz vor Mittag das Wildenmannlisloch. Alle zückten Taschen- oder Stirnlampe und gemeinsam drangen wir immer tiefer in die Höhle ein. Bereits nach 20 Metern war es sehr finster und als die Lampen für einen Augenblick ausgeschalten wurden, standen alle im Stockdunkeln. Als uns der Hunger dann wieder dem Tageslicht entgegentrieb, stellten wir fest, dass es graupelte. Im Schutz einiger Tannen wurde das Mittagessen verzehrt. Sobald alles wieder in den Rucksäcken verstaut war, ging es steil abwärts. An einigen Stellen war grosse Vorsicht geboten, da es sehr rutschig war, bald kamen aber alle heil im Tal an. Dort durfte jeder eine Chugle Glace plus ein Süssgetränk geniessen, spendiert von der ehemaligen Veteranengruppe. Darauf fuhr das Postauto heran, so konnten wir zur anderen Gruppe zusteigen und waren wieder vereint. Sofort wurden die verschiedenen Erlebnisse ausgetauscht.
In Wattwil stiegen wir in den Zug Richtung Winterthur um. Dabei mussten wir uns etwas verteilen, da wir an diesem Wochenende nicht die Einzigen waren mit der Idee, eine Gruppenreise zu machen. Schliesslich kehrten wir zurück nach Oberi, wo die Eltern schon warten. Wieder einmal konnten wir ein anstrengendes, aber abwechslungsreiches und einfach super lässiges Wochenende miteinander verbringen. Wir freuen uns alle auf das nächste Mal!

Lisa Schwarz / Ivana Schneeberger

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